Weltflüchtlingstag: Schutz, Teilhabe und Zukunftsperspektiven für geflüchtete Kinder stärken

Pressemitteilung Der Kinderschutzbund Landesverband Sachsen e.V.

Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni erinnert der Kinderschutzbund Landesverband Sachsen an die Millionen Kinder weltweit, die aufgrund von Krieg, Verfolgung, Gewalt und Hunger mit ihren Familien oder auf sich allein gestellt auf der Flucht sind. Der Tag mahnt uns, hinter den rund 50 Million Kinder auf der Flucht das individuelle Leid, den Verlust, aber auch die Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben anzuerkennen. Für die wenigen, die nach einer gefährlichen Reise und Ungewissheit in Sachsen ankommen, tragen wir eine dringliche moralische, politische und soziale Verantwortung.

Der Weltflüchtlingstag 2026 steht unter dem Motto „Until Everyone is Safe“ („Bis alle in Sicherheit sind“) und verweist auf das grundlegende Recht jedes Menschen, Schutz vor Verfolgung und Gewalt zu suchen.

Mit dem Inkrafttreten der GEAS (Gemeinsames Europäisches Asylsystem) sehen Wohlfahrtsverbände und Menschenrechtsorganisation, wie der sächsische Kinderschutzbund, dieses Recht infrage gestellt. Denn für junge Menschen gibt es de facto keinen legalen Weg nach Europa, was mit hohen Gewaltrisiken auf der Flucht verbunden ist. Gleichzeitig gibt es erstmalig Schutzvorschriften, wie kindgerechte Verfahren und die Verpflichtung, Kindern umgehend Bildung zu gewähren. Ob diese umgesetzt werden, hängt davon ab, ob sich Verantwortungsträger_innen in Politik und Verwaltung in der Praxis zu ihrer rechtlichen und ethischen Verantwortung für Kinder und Jugendliche und ihre Familien bekennen.

Als Kinderschutzbund mahnen wir an:

  • Keine Inhaftierung von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und Familien. Kinderschutz muss Vorrang vor freiheitsbeschränkenden Maßnahmen haben.
  • Besondere Schutzbedarfe frühzeitig erkennen und berücksichtigen. Dafür braucht es qualifizierte medizinische, psychologische und therapeutische Fachkräfte in den Aufnahmeverfahren.
  • Unbegleitete Minderjährige von Beginn an schützen. Bereits bei einem entsprechenden Verdacht müssen sie in die Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe aufgenommen und vertreten werden.
  • Schnellen Zugang zu Bildung sicherstellen. Geflüchtete Kinder und Jugendliche müssen möglichst früh eine Schule besuchen können; Familien mit schulpflichtigen Kindern sollten deshalb zügig auf geeignete Kommunen verteilt werden.
  • Zugang für Nichtregierungsorganisation bei Screening- und Altersfeststellungsverfahren sicherstellen.

„Eine solidarische Gesellschaft zeigt sich besonders darin, wie sie mit denjenigen umgeht, die Schutz suchen,“ betont die Vorstandsvorsitzende des Kinderschutzbundes Silke Brewig-Lange. Für den Kinderschutzbund ist klar: Wir werden uns weiterhin für die Rechte ALLER Kinder und Jugendlichen in Sachsen einsetzen.

Kontakt über:

Der Kinderschutzbund Landesverband Sachsen e.V.

Anna Michels-Boger, Fachreferentin, Tel.: 0351 – 89670813

Olaf Boye, Geschäftsführer, Tel.: 0351 – 42 42 044

www.kinderschutzbund-sachsen.de; info@kinderschutzbund-sachsen.de

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.